Künstleraus Ibiza interpretieren Ramon Llull ...

Die Schriften von RAIMUNDUS LULLUS, dem renommierten Mystiker Mallorcas, wären ohne Schiffsverkehr und bis zur ersten Landung eines Flugzeuges auf Mallorca, außerhalb der Insel unbekannt geblieben. Der KULTURAUSTAUSCH erfolgte „Über das Meer“. Das Hauptwerk von Ramon Llull (1235 Palma de Mallorca – 1325 Tunis) „Ascenso y Descenso del Entendimiento“ (Das kognitive AUF und AB im menschlichen Verständnis), war eine der wichtigsten Arbeiten, um mittelalterliches Denken zu überwinden. Dieses basierte seinerzeit noch auf einer strikten Trennung von Wissen (veritas secundum rationem) und Glaube (veritas secundum fidem). Diese Doktrin wurde von Llull nicht nur abgelehnt, sondern sogar bekämpft.

Llull erklärte, alles Wahrnehmbare sei ebenso göttlich wie rational und von daher zu belegen; und auch darzustellen. Das Chaos ist eine Komposition von ursprünglicher Materie und universeller Form. Diesem Chaos entspringen alle Erscheinungsformen als Schöpfungen im eigentlichen Sinne und lassen so auf den universellen Zusammenhang schließen. Eine Denkweise die vom Physiker David Bohm, in unserer Zeit und in seiner Schrift „Wholeness and the implicate order“, in einen Kontext der Quantentheorie gehoben wurde. Diese Idee der Einheit von Geist, Wissenschaft und Natur wird in der Ausstellung auf der „Cap San Diego“ in Hamburg in zeitgenössischen, künstlerischen „Bildern“ reflektiert. Das kognitive AUF und AB bewegt sich dabei über die Medien: Stein, Flamme, Pflanze, Bestie, Mensch, Himmel, Engel und Gott. Jedem dieser Sinn-Bilder wird ein Werk, bzw. eine Werkgruppe gewidmet. Die einzelnen Arbeiten wurden von Künstlern die auf Ibiza arbeiten geschaffen. Die Luken der Cap San Diego geben mit ihren unterschiedlichen Ebenen ein Interessantes Szenarium um ein KOGNITIVES AUF UND AB ins BILD zu setzen. Das Institut Ramon Llull, als das „Goethe-Institut“ der Katalanischen Sprache (mit einer Filiale in Berlin) und der Inselrat von Ibiza unterstützen das Projekt, als einen Meilenstein im Kulturaustausch zwischen der BRD und den Balearen.

Leidenschaft, Aktion, Natur, Substanz, Zufall, Komposition, Individuum, Art, Gattung, Wesen und Konzepte wie sensibel, vorstellbar, zweifelhaft, glaubwürdig und verständlich begleiteten die Künstler, als Hinweise Ramon Lull´s bei ihrer Arbeit. Eine interessante Begegnung. Ein Treffen von mediterraner Kultur, klassischer Geisteswelt und zeitgenössischen Sichtweisen und Problemen. War die Bestie im Mittelalter noch das wilde Tier, der Löwe der sich nur als solcher wahrgenommen hatte und so als etwas eigentlich unnahbares in der Epoche Llull´s zum ersten Mal in europäischen, zoologischen Gärten an Königshöfen gefangen gehalten wurde, kann sich der Mensch inzwischen kaum erwehren, einen Rollentausch vorgenommen zu haben. Den Pflanzen, Engeln und dem Bild Gottes ist es nicht viel anders ergangen. Kunst, Künstlichkeit und Natürlichkeit formieren sich zu einem Reigen. Ausdruck, Gehör, Phantasie,Verständnis, Gesicht, Geruch, Geschmack, Gefühl - spirituell wie körperlich – treten aus alten Schriften in unsere aktuelle Gegenwart.

Das alchemistische Konzept bewegt sich auf einer „Scala Intellectus“ (die z.B. von Rafael Bujanda in Form einer Labyrinth-Installation dargestellt wird) zwischen Stein und Gott. Die Flamme lässt mysteriöse Bilder entstehen (Performance von Aida Miró), die Pflanze repräsentiert Information (Julio Bauzá mit Eisen-Kakteen), die Bestie – der Löwe – weiß nur das er sein Wesen hat ... aber er ist nicht Stein – nicht Pferd ... sondern ausschließlich Löwe. Der Mensch bewegt und unterscheidet in Sehen, sehen lassen und gesehen werden. Der Himmel ist immer neu und ursprünglich, ebenso wie begeisternd. Mit einer Gruppe von Engeln wird dem kürzlich verstorbenen José F. Tauste eine Hommage gestaltet (Lina Andinach und andere), eine Arbeit, die er eigentlich selbst gestalten wollte. Gott treffen wir dann in einer Art Essenz von Intelligenz, wo das Verstehen und das Verstandene (entendido y entender) zu einer multiplen Einheit werden. Diese, schon mystische Einheit findet sich wieder in den Arbeiten zwischen Resten von Technik und reiner Ästhetik („Bagaix“ - José Monerris).

Und erneut erkennen wir: … über das MEER kam die Kultur. Die Hamburg-Amerika-Linie, die Magallan-Route, Columbus und Odysseus … über das MEER nahm das BILD unserer WELT Gestalt an. So wurde sie größer und größer. Über das Meer bewegen sich noch immer die Güter. Doch nicht nur Waren. Auch: Zweifel + Motiv - Gestaltung + Zerstörung - Freundschaft + Geschäft - bewegen sich über das Meer. Hier, in unserem konkreten Fall, sollen die Reflexionen über ein recht umfangreiches Konzept, mit seinen diversen Komponenten der Geisteswelt eines Mystikers und ihre Transformation in zeitgenössische Bilder, uns eine bisher wenig beachtete Kreativ-Welt Europas näher bringen.

Erste Kontakte mit den Schriften Ramon Llull´s soll aber bereits Klaus Störtebeker gehabt haben. Auf der von seinen Leuten gekaperten „Anna von Lübeck“, erwiesen sich einige Bücher, die ursprünglich für die Hohe Schule von Lübeck bestimmt waren, als wahrer Schatz. Außer griechischen und lateinischen Klassikern, Meister Eckehart, Albertus Magnus und Cäsarius von Heisterbach, fand der Piraten-Schiffsarzt auch Werke vom „katalanischen Mystiker und Alchemisten Raimundus Lullus“ - wie es sogar im Logbuch festgehalten worden sein soll. Nach all den Jahren gibt es jetzt erneut ein eigentlich unerwartetes Treffen mit einer anderen Zeit und einem anderen europäischen (Kunst-) Klima.

Organisiert und koordiniert wird das Projekt von zwei, auf Ibiza sehr bekannten „Ausstellungsmachern“: Rafa Alcántara und Holger E. Dunckel. Alcántara kann auf etliche Erfolge im alternativen Kunstbetrieb verweisen, von außergewöhnlichen Ausstellungen in den 90ern bis hin zur Organisation der ersten beiden „Mostras de Creativitat“ (Kulturwochen in der Altstadt von Ibiza). Dunckel hatte sich nach einer ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Ausstellung auf der Cap San Diego („Ein Kürbis voll Asche“ - 1995) der interkulturellen Arbeit auf Ibiza gewidmet. Das „Centre Cultural de Sant Joan“ gründete er vor 15 Jahren als Labor für Forschungen um und über das Konzept der Sozialen Plastik. Beide sind nicht nur als Kuratoren und Organisatoren aktiv und bekannt, sondern können ebenfalls auf ein umfangreiches, eigenes Werk verweisen. Ihre Arbeits- und Ausdrucksform repräsentiert durchaus den zeitgenössischen „Geist der Kunst“ auf den Balearen und auf diese Weise bleibt es unumgänglich, dass uns andere Sichtweisen in dieser Gesamt-Installation begegnen. Ein professionell koordiniertes Gemeinschaftsprojekt vieler beteiligter Künstler.

ÜBER DAS MEER – eine Ausstellung in Hamburg - Sept./Okt. 2010

Artistas de Ibiza interpretando a Ramon Llull ...

El Cap San Diego no sólo es, en su calidad de “barco-museo”, el orgullo en el corazón del puerto de Hamburgo, sino que también ofrece en sus escotillas un excelente escenario para las presentaciones de exposiciones experimentales. A partir del 16 de septiembre hasta el 10 de octubre, 24 artistas de Ibiza van a instalar un montaje reflexivo con trabajos suyos, que encontró su impulso creador en la "Scala Intellectus" de Ramon Llull (Palma de Mallorca, 1235 – Túnez, 1315). Llull afirmó: toda sensación es igualmente divina como racional y por tanto se puede demostrar, y del mismo modo expresar. El Caos es un compuesto de materia prima y forma universal. Todas las manifestaciones surgen desde este caos como creaciones en su sentido real y están puestas así en sus contextos universales. Una forma de pensar que también se citó en ocasiones en relación con la obra de Antoni Tàpies.

Laruptura de relaciones entre razón y fe quedó patente durante la Edad Media en la llamada “doctrina de la doble verdad”, de acuerdo con la cual había que distinguir entre la verdad según la razón (veritas secundum rationem), y la verdad según la fe (veritas secundum fidem). Tal doctrina fue combatida por Llull. El insistió que todo lo que es real, es divino y racional a la vez. Esta tesis fue mostrada en la obra Ascenso y Descenso del Entendimiento, donde toda idea, sensación y materia se mueve en la mencionada “Scala Intellectus”. Aquí la forma es la que da ser y actualidad a los seres y es un principio de acción, tal como también nos indicaron en el siglo XX grandes artistas como Joseph Beuys y Andy Warhol.

La forma es aquello que da el ser a las cosas, como el alma es quien da ser al cuerpo” (Llull). Entonces: la forma es fin, es el autodespliegue de cada ser hacia la realización de lo que le compete, de su fin. Después del entendimiento humano (por los cinco sentidos corporales), viene luego la imaginación. Por medio de ella, el entendimiento capta las especies de los individuos; por la memoria retiene esas especies. Por abstracción en nuestros conocimientos llegamos a las ideas universales, y más arriba a los “puntos trascendentes”. En la cima nos encontramos con el entendimiento de los axiomas, el saber, el principio de no-contradicción, el de causalidad y el de identidad. Un descenso de aquí o la “deducción luliana”, no sólo es lógico-formal, sino que conlleva contenidos reales. A partir de los axiomas, evidentes, fondo de toda razón, combinados con los atributos divinos, surgen definiciones, juicios, reglas o razonamientos, mediante los cuales comprendemos las relaciones necesarias entre las cosas.

Llull construyó de este modo un gran arte de la combinación, y la idea de la unidad del espíritu, de la ciencia y de la naturaleza se refleja en la exposición en el
Cap San Diego en Hamburgo a través de obras de arte contemporáneo. El "Ascenso y descenso” cognitivo se realiza a través de los medios: piedra, llama, vegetal, animal, humano, cielo, ángeles y Dios. A cada uno de estos conceptos simbólicos están dedicadas tanto obras como grupos de obras. Las piezas son de artistas que trabajan en Ibiza (y de tres artistas invitados que sólo han realizado breves estancias en la isla, por ejemplo para exponer): Adolf Aymat, Lina Andiñach, Rafa Alcántara, Bagaix (José Monerris), Julio Bauzá, Rafael Bujanda, Stefanie Bott, Cloissonnage (Brigitta Krause + PEKA), Andrea Englaender, Ute Flemming, Bill Fulljames, Ivan Herrerias, Pedro Hormigo, Gabriele Laurenz, Teresa Martínez, Aida Miró, José A. Porras, Inés Sarmiento, Claudia Scharapenko, José F. Tauste, Martín Traverso, Peter Unsworth y Holger E. Dunckel.
Pregunta: Si las ideas de Ramon Llull nos han podido ayudar salir de la estrechez intelectual de la Edad Media, ¿por qué no pueden ser útiles para desbordar los límites del materialismo de hoy? - ¿Estas "puertas de percepción" luego nos abren espacios donde situar posibles futuros? - ¿Hay que diseñar la exposición de hoy como unas " fábricas de utopía“? - ¿Cuarenta años después del "Future Shock" de Alvin Toffler? - Éstas fueron las preguntas que han guiado a los artistas en Ibiza, y a continuación sus visiones y propuestas, para crear una cultura con su perspectiva al futuro, llegaron "... por el MAR" a Hamburgo. Porque: desde los tiempos más antiguos, la cultura siempre se dispersó… por el mar.

Pasión, acción, naturaleza, sustancia, accidente, composición, individuo, especie, género, y conceptos como ser, sensible, imaginación, duda, creíble y comprensible acompañaron a los artistas como notas de trabajo, indicadas por Ramon Llull. Un encuentro interesante. Un encuentro de la cultura mediterránea, el mundo espiritual de las perspectivas clásicas y unas miradas contemporáneas a los problemas de nuestro tiempo. Mientras la bestia era en la Edad Media la verdadera bestia salvaje, un león que se percibió a sí mismo como tal, y conocido en Europa por escasos ejemplares en los jardines zoológicos de las cortes reales, hoy a veces resulta difícil negar una sublime inversión en los papeles que presentamos en la sociedad actual. A las plantas, los ángeles y la imagen de Dios no se le da un tratamiento muy diferente. El arte, el artificio y la naturalidad se juntan en un baile de impresiones. El oído, la imaginación, la comprensión, la vista, el olfato, el gusto, el tacto - espiritual y físicamente – nos llegan de escritos antiguos a nuestros días.

Primeros contactos con los escritos de Ramon Llull se supone que ya ha tenido Klaus Störtebeker, uno de los piratas germánicos más famosos. En el barco
Anna de Lübeck, apresado por su tripulación, algunos libros en la carga resultaron muy interesantes. Destinados originalmente a la Escuela Superior de Lübeck, representaron un verdadero tesoro. Además de los clásicos griegos y latinos, se encontraron a Meister Eckhart, Alberto Magno y Cesáreo de Heisterbach, e incluso unas obras del "místico y alquimista catalán Ramón Llull" - como fue registrado incluso en el cuaderno del médico del barco pirata. Después de tantos años se ofrece de nuevo un encuentro semejante en un barco navegando por el norte de Alemania: con un clima (artístico) del sur de Europa.

En una situación estética generalizada de pintura, escultura, fotografía, vídeo e instalación, aquí el mismo visitante se puede convertir en descubridor. El espectador puede descubrir hasta pistas, probablemente capaces de enriquecer sus perspectivas para un futuro, tanto común como individual. El conocimiento se isomorfiza con la realidad. Un proyecto conjunto de un grupo de trabajo abierto, coordinado por Holger E. Dunckel (
Una Calabaza llena de Cenizas como primera gran exposición de arte contemporáneo en el Cap San Diego - 1995), y la organización de Rafael Alcántara („Muestra de Creatividad“ 2006 + 2007 en Ibiza).

...per la MAR - una exposición en Hamburgo - sept./oct. 2010

 

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